Fotonachweis: Moritz Matschke

MORITZ MATSCHKE, VERZWEIGTE ASSISTENZEN

Eröffnung: Mittwoch, 29. April 2026, 17:00 Uhr
Künstlergespräch: Mittwoch, 6. Mai 2026, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 30. April bis 22. Mai 2026
KunstRaum Goethestrasse xtd

In „Wir sind nie modern gewesen“ argumentiert Bruno Latour, dass die Moderne auf einer paradoxen Doppelbewegung beruht: Einerseits trennt sie theoretisch strikt zwischen Natur und Kultur, andererseits produziert sie fortwährend Mischformen, die diese Trennung faktisch unterlaufen. Zimmerpflanzen lassen sich exemplarisch als solche Hybride verstehen. Sie sind Lebewesen mit eigenständigen Wachstumsprozessen, zugleich aber durch ihre koloniale Geschichte, durch Züchtungen, globale Warenketten und häusliche Pflegeroutinen kulturell und technisch vermittelt. Die in der Installation zum Einsatz kommenden Pflanzen sind Leihgaben des Mistplatzes Wien, Ottakring. Es handelt sich um entsorgte, von Mitarbeitern jedoch geborgene und „resozialisierte“
Zimmerpflanzen.

Moritz Matschke arbeitet als bildender Künstler, freischaffender Pädagoge und Senior Artist am Institut für Kunst und Bildung an der Kunstuniversität in Linz. Studium der bildenden Kunst und Kunstvermittlung in Linz, Jerusalem und Bogotá. In seiner Kunst setzt er ich mit mehr als menschlichen Kollektiven und deren möglichen Erzählungen auseinander. Zentral dabei ist die Frage, inwiefern anthropozentrische Narrative destabilisiert werden können.