AuftraggeberIn: pro Real GmbH
Jahr: 2012 – 2013
Ort: Wesenufer Hotel & Seminarkultur an der Donau
Format/Technik: Kunst am Bau; Wand/Schriftobjekte, Beleuchtung; Fotodokumentation
Material: verchromte Schriftzüge, ready-made, Leuchtkörper, Drucksorten
Künstlerinnen: Karin Fisslthaler, Tea Mäkipää

ART CAN’T TOP NATURE

Der Prozess einer Gestaltungsarbeit umfasst nicht nur die Konzeptionsphase, sondern bezieht lokale Gegebenheiten, Vorarbeiten, Umsetzung und die Auseinandersetzung mit RezipientInnen mit ein. Der Gestaltungsauftrag des Verbindungsganges zwischen ursprünglichem Hotelkomplex und Zubau des Seminarhotels Wesenufer zeigt, dass Prozesse nicht mit der Installation des Kunstwerks enden und manchmal schon vor der Beauftragung beginnen. Die imposante Natur spielte von Anfang an eine Rolle, weshalb der Verbindungsgang unterirdisch geplant wurde, um die Natur nicht einzuschneiden.

Für die Konzeption der Gestaltung wurde eine Kooperation mit zwei international tätigen Künstlerinnen, Karin Fisslthaler und Tea Mäkipää, gesucht. Eine derartige Zusammenarbeit, um für die Gestaltung zu einem gemeinsamen Konzept zu kommen, war sowohl für den KunstRaum Goethestrasse xtd wie auch für die beiden Künstlerinnen eine erstmalige und einmalige Erfahrung. Schon zu Beginn thematisierten die Gestaltungsentwürfe die Natur: Durch natürliche Bodengestaltung, Kristalle und Tierabbildungen sollte die Welt von außen nach innen „gespiegelt“ werden. In einer zweiten Etappe wurde aufgrund baulicher Veränderungen der Verbindungsgang zu einem oberirdischen Bauteil mit Panoramablick zur Donau. Diese neue Raumsituation erlaubte, den Ausblick zum Thema zu machen. Drei eindrückliche Aussagen zur Natur wurden mit polierten Nirostabuchstaben an der Wand des Verbindungsganges angebracht, welche nun die Natur spiegelnd wiedergeben: „art can’t top nature“, „nature is itchy“ und „finding a piece of sky underground“. Die Aussagen regen Diskussionen der BesucherInnen an und initiieren Gespräche zwischen BesucherInnen und MitarbeiterInnen. So ist diese Gestaltung in der Lage, Interesse zu wecken und Reflexionen anzuregen.

Obwohl im Rest des Hauses auf figurative Malerei gesetzt wird, wird dieses Projekt positiv wahrgenommen. Die Schlichtheit der Gestaltung und die Thematik der Aussagen konnten RezipientInnen derartig beeindrucken, dass neue Kooperationen entstanden und Anfragen von Privatpersonen ausgesprochen wurden. Postkarten mit Fotos und Absenderinnen des Projekts liegen im Hotel auf.