AuftraggeberIn: pro Real GmbH
Jahr: 2015
Ort: Alter Milchhof, Linz
Format/Technik: Gestaltung Innen- und Außenraum; Objekt, Design- Handwerk Workshops, Fotoinszenierung,
Schablonen, Text, Wandstempel, Gedankenstein (sandgestahlt); Fotodokumentation
Material: 3D Druck, Chrome, Dispersion, Tinte, Granit
Beteiligte: Handwerk-Design Kollektiv KunstRaum Goethestrasse xtd, NutzerInnen von pro mente OÖ
JEDER MENSCH IST AUF DIE RESONANZ SEINES TUNS ANGEWIESEN
Künstlerische Gestaltung von Organisationen nutzt Innen- und Außenräume, um Kultur und Visionen zu kommunizieren, deren Werte zu festigen und zu reflektieren. Der alte Milchhof ist ein historischer Ort im Zentrum von Linz, den pro mente OÖ schrittweise für sich erarbeitet hat. Im Rahmen der Generalsanierung realisierte der KunstRaum Goethestrasse xtd eine künstlerische Gestaltung, um die Mission von pro mente OÖ, die sich für benachteiligte Menschen einsetzt, ihre beständige Antistigmaarbeit und das unterstützende Miteinander, das in der Organisation gelebt wird, nach außen zu tragen.
An der Hausfassade wird traditionelle Ästhetik der Sichtbarkeit genutzt, um mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Auf einem Gedankenstein aus Granit wurde die Mission von pro mente OÖ in Form eines Zitates von Elias Canetti „in Stein gemeißelt“ – sandgestrahlt:
„Jeder ist ein Mittelpunkt der Welt,
aber eben jeder,
und nur, weil die Welt von solchen voll ist,
ist sie kostbar.“
Im Eingangsbereich werden eintretende Menschen angesprochen. Dem schmiedeeisernen Eingangstor wurde als Verbindungselement durch einen verchromten Bogen ein zeitgenössischer Kontrast entgegengesetzt. An beiden Enden des Bogens wurden jeweils zwei NutzerInnen von pro mente OÖ als Statuen neben den Lettern „WIR“ positioniert. Die Statuen entstanden aus einem 3D-Scan der Personen, wurden 3D-gedruckt und entsprechend coloriert. Das „WIR“ verkörpert das Gemeinsame, die Personen spiegeln Teile der Organisation selbst wider. Beim zweiten Eingang wurde mit Schablonentechnik das Wort „ZUSAMMEN“ an der Fassade angebracht.
Im Stiegenhaus und den Gängen werden Mitarbeitende sowie NutzerInnen der Organisation und Gäste adressiert. Ausgehend von Schnittmustern wurden mit TeilnehmerInnen Linienstrukturen an die Wände gestempelt. Die Schnittanweisungen wurden für die Gestaltung in kurze Anweisungen im Leben übersetzt: „Sag es einfach“, „Lächle“, „Lern zu fragen“. Die Schnittmuster werden im Vorübergehen als solche erkannt und die Aufforderungen oft gelesen, was ein Lächeln hervorruft und somit das Eis für BesucherInnen sofort bricht.
Die Vermittlung adressiert damit drei Gruppen mit unterschiedlichem Bezug zur Organisation: Öffentlichkeit, Stakeholder und Mitglieder. Durch die positive Rezeption und die Qualität der Gestaltungen ist ein weiterer Schritt gesetzt worden, über zeitgenössische Kunst überzeugend maßgebliche Inhalte der Organisation nach außen zu bringen.










